Jugend im Bistum Fulda
Weihbischof Karlheinz Diez (rechts) mit Kaplan Andre Lemmer, die beide mit den Pilgern der Kurzfahrt verspätet in Panama angekommen sindTeilnehmerperspektive
Weihbischof Karlheinz Diez (rechts) mit Kaplan Andre Lemmer, die beide mit den Pilgern der Kurzfahrt verspätet in Panama angekommen sindTeilnehmerperspektive

Weihbischof Karlheinz Diez hält erste Katechese vor Fuldaer Pilgern, Marianum gestaltet musikalisch

„Der Weltjugendtag hilft die Überschriften des Lebens zu finden“

Weihbischof Karlheinz Diez ist mit einem Tag Verspätung in Panama City angekommen. Er reiste mit den Wallfahrern der Kurzfahrt, die wegen des „Shutdowns“ in den USA ihren Anschlussflug verpassten. In Atlanta waren nicht genug Zollbeamte, um die vielen Reisenden beim Transit über die USA zu prüfen, so dass die Wartezeit vor der Einreisekontrolle den Flug nach Panama unmöglich machte. Weihbischof Diez lobte die gute Stimmung der gestrandeten Pilger, die sich am Morgen des Mittwochs freuten die anderen Wallfahrer aus der Fuldaer Gruppe an der Gastpfarrei oder am Katecheseort zu treffen. Auch Weihbischof Diez freute sich von Herzen, dass er die erste Katechese beim Weltjugendtag vor allen Fuldaer Jugendlichen halten konnte und noch dazu das Jugendblasorchester des Marianums unter der Leitung seines Namensvetters Karl-Heinz Vogel Katechese und Gottesdienst musikalisch gestaltete. Das Bistum Fulda organisiert das Rahmenprogramm für diesen Katechesenort, so dass Stefanie Klee von der Kleingruppe Eiterfeld mit einem Zeugnis aus ihrem Leben begann.


In seiner Katechese erinnerte der Weihbischof Diez die Jugendlichen an ihre Taufe. Sie sei der Startpunkt der geistlichen Biographie mit Gott und von daher wichtig. So sollten sich die Jugendlichen nach ihrer Rückkehr nach Deutschland mal bei den Eltern nach ihrem Tauftag erkundigen, sofern sie ihn noch nicht wissen. „Die Taufe ist der Grund für eine großartige Freude, denn seit diesem Tag sind wir von Gott persönlich angesprochen“, sagte Diez zu den über 400 deutschen Jugendlichen, die aus den Bistümern Aachen, Magdeburg, Trier, Augsburg und Eichstätt sowie von den Gemeinschaften der Jugend 2000 und Totus tuus gekommen waren. Seit dem Weltjugendtag in Köln sei ihm klar, dass Gott für jeden einzelnen dieser vielen Jugendlichen einen Plan hat. „Und den gilt es, wie Maria zu entdecken und anzunehmen. Er ruft uns heraus und wir sind eingeladen Ja zu sagen“, so Diez. Dabei gelte das Ja Gottes immer. Diez lud die Jugendlichen ein über ihr Leben zu schauen und die Fingerzeige Gottes zu entdecken. Er selbst fügte mehrere persönliche Beispiele an, wie er z.B. in der Schule den Finger hob, als jemand fragte, ob jemand schon mal darüber nachgedacht habe, Priester zu werden. Dabei wundere er sich noch heute, wer da eigentlich den Finger gehoben habe. „Das war ein anderer, nicht ich, sondern Gott“, so Diez.

Diez brachte sein Bischofswappen mit und erläuterte, dass die Sonne für Christus und das Wasser für die Taufe stehe. Er forderte die Jugendlichen im Anschluss, sich auszutauschen, denn: „Die Weltjugendtagserfahrungen helfen die Überschriften eures Lebens zu finden“, sagte Diez. In den kleinen „Murmelgesprächen“ tauschten sich die Jugendlichen darüber aus, welche Symbole in ihrem Lebens-Wappen wären. Nach der Katechese gab es eine kontroverse Diskussion zu den Themen Homosexualität und Gleichstellung der Frau, die Jugendliche aus anderen Bistümern in die Fragerunde einbrachten. Darüber hinaus ging es um den Umgang mit Selbstzweifeln und die Feier des Weihnachtsfestes.


In der Heilige Messe, in der neben vielen Priestern Bischof Marc Stenger aus Troyes in der Champagne, Weihbischof Jörg Michael Peters aus Trier und Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg konzelebrierten, griff Weihbischof Diez das Evangelium von der Heilung der verdorrten Hand auf. Diez machte klar: „Jesus stellt den am Rand sitzenden in die Mitte und gibt ihm durch die Heilung sein Leben wieder in die Hand“, so Diez. Er setzte das gleich auch ganz praktisch um, indem er Karl-Josef Höfer an das Mikro lies. Er legte als Landschaftsgärtner Zeugnis ab, indem er von einem schwierigen Kunden berichtete, der eine Reklamation anzeigte. Als er nach dem Gebet um Gottes Beistand am nächsten Tag zum Kunden fuhr, sprach dieser ihn auf seine Teilnahme an zwei vorherigen Weltjugendtagen an. Das hatte der Kunde im Internet recherchiert. Und schon nahm die Reklamation einen unerwartet positiven und herzlichen Verlauf.


Nach der Katechese nutzten viele Fuldaer Kleingruppen die Gelegenheit die Stadt zu erkunden. Manche besuchten Museen oder schlenderten durch die Altstadt Panamas. Andere liefen durch die moderne City mit den Hochhäusern. Andere warteten mit vielen Einwohnern Panamas an der Straße auf Papst Franziskus, der am Mittwochnachmittag Ortszeit in Panama Stadt eintraf und durch die Straßen der Metropole fuhr. Wieder andere Gruppen genossen den Blick über die Skyline von der meerseitigen Umfahrung der Altstadt aus oder besuchten Nighfever in der Iglesia del Carmen.

Am Donnerstag finden am Vormittag wieder die Katechesen statt und am Nachmittag die offizielle Willkommensfeier mit Papst Franziskus an der Cinta Costera.

Text und Fotos: Sebastian Pilz