Jugend im Bistum Fulda
Die Kleingruppe der Marienschule mit Lehrerin Martina Bichele (1.v.l.) und Schulpfarrer Sebastian Bieber (2.v.r) , Annabelle Auth (4.v.l.) und Paula Faust (2.v.l.)
Die Kleingruppe der Marienschule mit Lehrerin Martina Bichele (1.v.l.) und Schulpfarrer Sebastian Bieber (2.v.r) , Annabelle Auth (4.v.l.) und Paula Faust (2.v.l.)

Gute Stimmung trotz ungewisser Umstände

Panamaische Organisationslücken fordern Geduld und Ausdauer

Stadtrundfahrt durch Colon für die Kleingruppen Marienschule, Eiterfeld und Oblaten

Den Schülerinnen der Marienschule Fulda, die zusammen mit ihrer Lehrerin Martina Biechele und dem Schulpfarrer Sebastian Bieber bei der Langfahrt des Weltjugendtags dabei sind, geht es gut. Sie sind derzeit in Colon in der großen Schule Abel Bravo untergebracht. Neben der Gruppe aus Eiterfeld und den Oblaten sind etwa 500 Pilger aus dem Kongo, Kanada und Mexiko in der großen Schule untergebracht. Dabei stand die Unterbringung bis kurz vor Mittenacht auf der Kippe. „Das ist nicht das erste Mal, dass wir nicht wissen, wann es wohin geht. Aber mittlerweile haben wir uns daran gewöhnt. Wir kommen gut damit klar“, sagt Annabelle Auth, Schülerin der Marienschule. Trotz dieser Ungewissheiten im Tagesablauf oder in der Unterbringung ist die Stimmung also gut.

Die panamaischen Organisatoren machten immer wieder widersprüchliche Angaben, was dem Leitungsteam unter Pater Jens Watteroth und Schwester Kathrin Vogt viel abverlangt. Auch die Leiter der Kleingruppen und die Teilnehmer selbst sind mittlerweile mit dem Hin und Her vertraut. Der Gruppe des Marianums geht es ähnlich. Die Ungewissheiten in der Organisation treffen auch auf die anderen Kleingruppen von KjF, KjG, Gelnhausen und Tigerenten zu, sind da aber geringer, da die Teilnehmer in diesen Gruppen seit ihrer Ankunft in Panama in Gastfamilien untergebracht sind.

Die Schülerinnen der Marienschule sehen die ungewissen Umstände als Übung: „Wir haben gelernt, Geduld zu haben und zu warten“, so die 17-Jährige aus Eichenzell. Kurz vor Mitternacht revidierte sich dann nochmal die Nachrichten: ein nochmaliger Umzug in einer anderen Schule war vom Tisch und die Gruppen konnten in der Schule bleiben. Die Nacht war mit Duschen, fließendem Wasser auf den Toiletten sowie klimatisierten Klassenräumen zum Schlafen eine deutliche Verbesserung zu Rio Indio. Nach einem gemeinsamen Frühstück gab es zum Start in den Sonntag ein Morgengebet aller Fuldaer Kleingruppen im Schulhof.


Danach ging es per Bus auf eine Stadtrundfahrt durch Colón. Die Schülerinnen erlebten Colón als eine Stadt der Kontraste. Einerseits gab es prächtige Villen, die mit hohen Mauern und Zäunen gesichert sind. Auch die Ankunftszone der Kreuzfahrtschiffe passt zum schönen Bild von Colón. Auf der anderen Seite sahen die Schülerinnen verwahrloste Straßenzüge mit zerfallenen Häusern und Menschen, die darin leben. „Ich war von dem Aussehen der Stadt erschrocken. Die Stadt strahlt die Kriminalität richtig aus“, sagt Paula Faust. „Ich bin schockiert, dass sich Menschen mit ihren Mauern in den Gärten vor anderen Menschen schützen müssen“, so die 17-jährige Schülerin aus Kleinlüder. Dennoch habe sie sich im Bus sicher gefühlt. Auch beim Christusdenkmal, einem Besuch im Park am Meer oder in der Kathedrale von Colón war die Sicherheit der Teilnehmer durch hohe Polizeipräsenz gegeben. Mit einer größeren Pause zur Erholung und einer Heiligen Messe am Abend endete der Sonntag für die Kleingruppen Marienschule, Eiterfeld und Oblaten in Colón. Natürlich nicht ohne die schon gewöhnliche Verspätung des Abendessens um zwei Stunden.


Die Marienschülerinnen nehmen von den Tagen der Begegnung viel positive Eindrücke mit. Sie waren die ersten Tage bei den Dorfbewohnern von Union de la Pina in der bergigen Urwaldregion. „Ich hatte erst Angst vor dem Aufteilen in die Gastfamilien. Als ich aber gesehen habe, wie herzlich sie uns empfangen haben, war es kein Problem mehr“, sagt Paula Faust mit einem Lächeln im Gesicht. „Wir durften nachts duschen, haben mit den Kindern Fußball gespielt und sie haben für uns ein Fest mit Tanz organisiert. Alle waren so herzlich, das habe ich nicht erwartet“, so die 17-jährige Schülerin.

Ihr zweites Highlight nach der Fahrt mit einem übervollen panamaischen Bus, die auch über die Schleuse am Panamakanal führte, war die Messe mit dem Bischof von Colón und das anschließende Jugendfestival. „Wir haben eine Polonaise getanzt mit vielen Jugendlichen aus unterschiedlichen Ländern. Die Gemeinschaft war so toll und wir sind miteinander in Gespräch gekommen, auch wenn es mit Händen und Füßen war“, sagt Paula Faust. Ihre Freundin Annabelle Kraft ergänzt: „Es fehlte einfach die sonst übliche Distanz zu Menschen. Es war einfach eine fröhliche Menge, die aneinander interessiert war. Es war einfach mega gut.“


Text und Fotos: Sebastian Pilz